Der Arbeitskreis trauert um mutige und engagierte Bertha

Bertha Cáceres Flores war Shalompreisträgerin im Jahr 2012. Sie ist gestern, am 3. März 2016, in ihrem Haus ermordet worden. Sie setzte sich als Gründungsmitglied und Vorsitzende des Rats der indigenen Völker in Honduras (COPINH) für die Rechte der Indigenen ein, insbesondere für das Volk der Lenca, dem auch sie selbst angehörte. Erst letzte Woche fand ein von COPINH organisierter großer Protest der Lenca gegen einen Staudammbau statt. Der Staudamm wird wichtige Lebensgrundlagen der Indigenen zerstören. Die Indigenen besitzen in Honduras keine eingetragenen Landrechte. Bertha Cáceres bekam erneut Morddrohungen, wie schon immer wieder in der Vergangenheit. Mehrfach wurde sich auch verhaftet. Drei ihrer vier Kinder leben bereits seit Jahren im Exil. Sie selbst war aber entschlossen, in Honduras zu bleiben und sich weiter für die Rechte der Indigenen einzusetzen.

Wir sind fassungslos und schockiert über diese Nachricht. Wir durften Bertha Cáceres 2012 in Eichstätt als mutige und engagierte Frau erleben. Unser Preis sollte neben der finanziellen Unterstützung auch eine ideelle Anerkennung und durch das Bekanntwerden des Engagements außerhalb Honduras auch gewissermaßen als Schutz dienen. Diesen Zweck konnte weder der Shalompreis noch der renommierte Goldman-Umweltpreis, den sie letztes Jahr erhielt, erfüllen.

  • Weitere aktuelle Informationen auch auf der Internetseite des Rats der indigenen Völker in Honduras (COPINH) (auf Spanisch)
  • Wir sind in Gedanken bei ihrer Familie und den Indigenen in Honduras, für die die Ermordung Berthas ein großer Verlust im Kampf für ihre Rechte bedeutet. Nun erwarten wir eine vollständige Aufklärung des Verbrechens, faire Ermittlungen und nicht die Straflosigkeit, wie sie sonst in Honduras bei der Ermordung von Aktivisten meist herrscht.

    Nicht zuletzt sind wir in Gedanken bei all unseren anderen Shalompreisträgern, die sich für Unterdrückte einsetzen und ihre Arbeit unter großer persönlicher Gefahr ausüben.