24.500 Euro für Shalompreisträgerin Therese Mema, Gründerin und Mitarbeiterin des Projektes „Justice et Paix“

Im Kongo tobt ein blutiger Bürgerkrieg. Seit 1996 kamen vermutlich fast fünf Millionen Menschen um. Im Osten des Landes gibt es reiche Vorkommen an seltenen Erzen, die zur Herstellung von Halbleitern notwendig sind. Das weiterverarbeitete Roherz befindet sich in Smartphones, Laptops, Tablets, Fotoapparaten. Rebellengruppen wie Regierungstruppen missbrauchen die Bevölkerung, um die seltenen Erze aus der Erde zu holen. Sie halten die Menschen wie Sklaven und missbrauchen sie sexuell. Für das unter Lebensgefahr geschürfte Erz erpressen sie „Zölle“. Mit dem Geld aus dem Erlös werden neue Waffen gekauft. Für Frauen gilt der Ost-Kongo als die gefährlichste Region weltweit. In sogenannten „Centre d’Ecoute“ (= Zentren des Zuhörens), von denen es mittlerweile 16 gibt, betreuen die Shalompreisträgerin Therese Mema und weitere Sozialarbeiter – unterstützt von missio/Aachen – die missbrauchten Menschen. Sie bringen sie zu Ärzten, führen therapeutische Gespräche und versuchen zu ermöglichen, dass die Gequälten wieder in ihrer Dorfgemeinschaft integriert leben können.

Therese

Wie Therese Mema bei der Shalompreisverleihung am 20. Juni 2015 in Eichstätt und in darauf folgenden Gesprächen mit zahlreichen Pressevertreterin sowie Abgeordneten in Berlin, betonte, gibt es „einen Zusammenhang zwischen unseren elektronischen Geräten und dem Leid der missbrauchten Menschen im Kongo“. In einer aktuellen E-Mail berichtet Therese Mema dem AK Shalom, dass erschreckend viele Kinder Opfer von Vergewaltigungen werden und die Gewalt weiter zunimmt.

Der Shalompreis, der bereits seit 1982 verliehen wird, ist einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Die Arbeit der Mitglieder des AK Shalom – Studierende an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Eichstätter Bürgerinnen – geschieht rein ehrenamtlich. Alle gesammelten Spenden kommen den Projekten direkt zugute. Von Beginn an war einer der Hauptsponsoren das Referat Weltkirche des Bistums Eichstätt, seit fünf Jahren sind als weitere Großsponsoren die Oswald-Stiftung und der Rotary Club Eichstätt dazugekommen. Möglich machen das hohe Preisgeld aber auch all die Spenden von Privatleuten, Freunden, Verwandten der Mitglieder, auch häufig der Ehemaligen sowie derjenigen, die über die Öffentlichkeitsarbeit und die Verleihung selbst von den Projekten erfahren.

Laudator Krämer bezeichnete Thérèse Mema als eine der mutigsten Frauen Afrikas. Er hatte ein besonderes Geschenk mitgebracht: ein aus Granaten hergestelltes Kreuz aus Liberia, das 2008 von Papst Benedikt XVI in Rom geweiht wurde. Eine Kindersoldatin, die Opfer und Täterin war, brachte es zum Papst. Das Kreuz, das von Aachen nach Eichstätt kam, wird nun im Kongo stehen. Für die Stadt Eichstätt dankte der Schirmherr Oberbürgermeister Andreas Steppberger der Preisträgerin für ihre mutige Arbeit und erinnerte daran, dass wir alle elektronische Geräte benutzten, aber häufig nicht danach fragten, woher die Rohstoffe kämen.

Prof. Dr. Markus Eham, der Vizepräsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, würdigte die Arbeit der Preisträgerin, sie enthalte „die biblischen Dimension des Heilbringens“. Zugleich betonte er die Bedeutung des AK Shalom für die Stadt und die Universität. Bischofsvikar Georg Härteis sprach im Namen des Bischofs und des gesamten Bistums ein Grußwort, in dem er den Mut und die Hoffnung von Thérèse Mema würdigte. Das Referat Weltkirche ist einer der Spender des Arbeitskreises Shalom. Spenden für den Shalompreis 2015 können noch bis Ende September überwiesen werden. Alle Spenden fließen zu hundert Prozent in das Projekt von Thérèse Mema. Die Arbeit im AK Shalom, die derzeit von neun Studierenden und Bürgerinnen getragen wird, ist ehrenamtlich.


Spenden an KHG Eichstätt, Stichwort ‚Shalomaktion 2015’, IBAN: DE 34721608180109620320 BIC: GENODEF1INP