Präsidentin des Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH)

Seit 1993 setzt sich die Organisation COPINH für die Rechte der indigenen Völker in Honduras ein, welche fortwährend verletzt werden. Schwerpunkte der Organisation, auf die sich 500 Dörfer des Lenca-Volkes im Südwesten von Honduras stützen, sind Ausbildung, Recht auf Land, Umweltschutz und der Schutz der Kultur der Lencas. Das Ziel ist die Selbstbestimmung und Selbstverwaltung der indigenen Dörfer. Der WGT unterstützte die Frauenarbeit des COPINH 2010 und 2011 mit insgesamt 30.000,- Euro. Dadurch konnten konkret 20 Seminare für Frauen zu frauenrechtlichen Themen, Veranstaltungen über das ILO-Abkommen über indigene Rechte, die Teilnahme am Widerstand gegen den Staatsputsch 2009 etc. unterstützt werden.


Bertha Cáceres ist als Gründungsmitglied und Direktorin von COPINH den Gegnern ihrer Organisation besonders ein Dorn im Auge. Seit dem Putsch ist eine neue Repressionswelle über Cáceres' Familie hereingebrochen: Ständig erhält sie Drohanrufe. Vor ca. einem Jahr wurde sie sogar von der Polizei zusammengeschlagen. Doch das ist nichts Neues für Bertha Cáceres, deren Familie schon immer für die Rechte ihres Volkes einstand: „Meine Mutter war als Oppositionelle gegen sämtliche Militärdiktaturen, die Honduras durchlebte, bekannt. Unser Haus wurde oft von Soldaten überwacht, meine Brüder waren in der Studentenbewegung aktiv. Mit acht Jahren wusste ich genau, was ich in der Öffentlichkeit sagen durfte und was nicht.“

Ihre Familie war schon immer geprägt von starken Frauen, die sich als Heilerinnen und unabhängige Frauen Respekt verschafften. Auch Bertha Cáceres ist eine Kämpferin. Sie konnte aus finanziellen Gründen nicht studieren, setzte sich aber schon früh als Promotorin für Frauen- und Indigenerechte ein und ist inzwischen als „Stimme der Lencas“ landesweit bekannt. Sie lässt sich von den Drohungen nicht einschüchtern und für sie ist der Kampf für den Umweltschutz und die indigenen Rechte fest mit der Verteidigung der Demokratie verwoben: „Es ist jetzt um so wichtiger, für die Rechte der Lencas zu kämpfen. Die lange geplanten Staudammprojekte, die viele Gemeinden vertreiben werden, stehen nach dem Putsch erneut an, und die Abholzung unserer Wälder schreitet voran. Es ist wichtig, dass sich die Menschen organisieren und gemeinsam ihre Zukunft gestalten können.“

„Vor wenigen Tagen habe ich die letzten Drohanrufe erhalten. Ich bringe sowas nicht mehr zur Anzeige, was nützt das schon. Vor einem Jahr wurde ich von der Polizei zusammengeschlagen. Wir haben nun mal einflussreiche Feinde, die sich ihre Gefolgsleute kaufen können: die größten honduranischen Energiekonzerne und ihre internationalen Geschäftspartner.“ Seit 31 Jahren setzt sich der Arbeitskreis (AK) Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt für die Menschenrechte ein und verleiht einen der höchstdotierten Menschenrechtspreise Deutschlands. Getragen wird der Arbeitskreis seit seiner Gründung ausschließlich von ehrenamtlichen Mitgliedern, vornehmlich Studierenden und Bürgern aus Eichstätt.